Schlagwort-Archive: Buch

OT: Rezension: „Geschickt eingefädelt“

Standard

Zum Inhalt:

Eishockey-Profi Luc Baker ist fuchsteufelswild: Sein sterbenskranker Vater, zu dem er jeglichen Kontakt abgebrochen hat, will ein blondes Flittchen heiraten! Wütend reist Luc nach Texas, um sich die vermeintliche Erbschleicherin Tara vorzuknöpfen – und erfährt, dass alles nur ein Plan war, um ihn nach Hause zu locken.

Modedesignerin Tara ist verzweifelt: Lyle Baker hat sie aus einer Notlage gerettet und ihr den Job als Geschäftsführerin des Familienbetriebs gegeben. Doch jetzt ist er tot – und sie muss sich mit seinem Sohn Luc herumschlagen, der sie am liebsten in die Wüste schicken würde. Und leider ist Luc nicht nur schrecklich dickköpfig, sondern auch schrecklich attraktiv …

 

Meine Meinung:

Für mich klang das alles nach einer netten Lektüre nachmittags auf der Terrasse in der Sonne, während die Kinder spielen. Es klang seicht und witzig. Daher bewarb ich mich bei bloggdeinbuch.de und bekam tatsächlich ein Rezensions-Exemplar zugesendet. Oh, was war die Freude groß! Und wie enttäuschend die Lektüre …

 

Die Protagonisten:

Luc Baker, dessen Eltern sich scheiden ließen, weil der Vater untreu war, und der die Ferien bei seinem Vater verbrachte, der ihn regelmäßig unter Zuhilfenahme eines Gürtels „erzog“. Er ist alternder Eishockeyprofi mit einem Hirnschaden, von dem keiner weiß, selber vermögend und sieht grad seine Welt zusammenbrechen. Selbstmurmelnd, dass er die Figur eines Adonis hat, selbstlos ist und alle ihn mögen. Er reist nur zur Ranch seines Vaters, um seine Schwester zu unterstützen.

Seine Halbschwester Vick, selber Mutter, verwitwet, weil ihr Mann sich umbrachte, als seine Betrügereien ans Licht kamen, dadurch auch verhärmt und verzweifelt. Sie selbst ist Ehefrau von Beruf und verläßt sich auf die Hilfe anderer, um durchs Leben zu kommen. Deshalb fährt sie auch trotz allem Wiederwillens zur Ranch ihres Vaters: Sie will ihr Erbe sichern.

Modedesignerin Tara, Modelfigur, obwohl sie naschsüchtig ist und keine Sport treibt, als Kind missbraucht, als Teenager an den falschen Kerl und auf die schiefe Bahn geraten (harmlose Betrügereien im Altersheim), vom ihrem Kerl krankenhausreif geschlagen worden, als sie aussteigen wollte, versteckt sich bei Millionär Lyle und entwirft für seine Lederwarenfabrik erfolgreich Kleidung, obwohl sie ungelernt ist. Sie hat die Firma vor dem Untergang bewahrt.

Lyle Baker, reicher, alter, sterbenskranker Mann, der zu seinen Kindern ein dermaßen schlechtes Verhältnis hat, dass es einer List braucht, um sie an sein Sterbebett zu holen.

Es sind noch ein paar Figuren mehr dabei, aber die spielen eigentlich keine wirkliche Rolle in dem Buch. Und so richtig geht es in dem Buch eigentlich auch nur um Tara und Luc, die sich anfangs überhaupt nicht ausstehen können, sich aber schließlich doch unsterblich ineinander verlieben, wobei er sich länger um sie bemüht, sie ihm aber „nur“ Sex gibt, um ihm über den Verlust seiner Sportkarriere hinwegzutrösten … und eigentlich wollen sie sich beide bis fast ans Ende vom Buch nicht eingestehen, dass sie den jeweils anderen lieben.

Rückblickend würde ich sagen: Das ganze Buch handelt von gekränkter Eitelkeit, Selbstbetrug und Sex, dargestellt durch die perfekten, anbetungswürdig aussehenden Hauptdarsteller Tara und Luc.

 

Mein Fazit:

Nach dem Klappentext erwartete ich eine witzige Liebesgeschichte mit einem gehörigen Schuss Romantik und dem einen oder anderen Verwirrspiel. Bekommen habe ich eine erotische Liebesgeschichte mit einer Rahmenhandlung, die an den Haaren herbeigezogen ist und eigentlich nur von einer Bettgeschichte zur anderen führt. Vielleicht bin ich für diese Geschichte einfach zu alt mit meinen 42 Jahren. Laut Verlaginformation ist sie für Jugendliche ab 14 Jahre geeignet. Teenager mögen sowas ja gern lesen, ich nicht mehr. Bin ich altbacken? Altmodisch? Einfach nur alt? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, das ich mir die nächsten beiden Bände der Trilogie nicht anschaffen werde.

*****

Das Buch „Geschickt eingefädelt“ von Molly O’Keefe ist im Verlag Mira Taschenbuch erschienen und kann hier bestellt werden. Erhalten habe ich es über Blogg Dein Buch.

*****

Noch ein Wort in eigener Sache: Dies ist das letzte Buch gewesen, das ich hier rezensiert habe. Es passt einfach nicht zum Thema dieses Blogs. Falls ich mich nochmal entschließen sollte, eine Buchrezension zu schreiben, so wird sie auf meinem zweiten Blog zu finden sein.

Advertisements

OT: Rezession „Sommer der Träume“ (eBook)

Standard

Inhalt:

Nachdem Michaela nach dem Unfalltod ihres Mannes vor einem großen Schuldenberg steht, muss sie ihre geliebte Gärtnerei verkaufen. Noch während sie sich Gedanken darüber macht, wie es weitergehen soll, meint das Schicksal es gut mit ihr und es verschlägt sie auf die Insel Elba, wo sie das Erbe ihrer Tante antreten will. Sie zieht von Deutschland auf die Insel und beginnt von vorn – in fast allen Bereichen ihres Lebens.

 

Meine Meinung:

Als ich das Cover gesehen habe, dachte ich: „Ferienbuch!“ Es sah aus wie eine leicht und locker, relativ anspruchslose Geschichte, und irgendwie hatte ich Lust darauf.

Kurz gesagt: Ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch beginnt mit einem Paukenschlag: Ein Motorradfahrer samt Sozius verunglückt tödlich, die Familie im Auto hinter ihnen sieht es.

Szenenwechsel: Eine gestandene Frau bereitet in ihrer Gärtnerei ein Fest vor und hat gut zu tun, als plötzlich die Polizei vor ihr steht: Ihr Mann hatte einen tödlichen Motorradunfall, verursacht von der jungen Frau, die gefahren ist. Michaelas Welt bricht zusammen: Ihr Mann hatte eine Affäre, und in den folgenden Tagen kommt heraus, das er sich für diese Affäre hoch verschuldet hat. Michaela wird die Existenz unter den Füßen weggezogen und sie verzweifelt fast. Doch mit Hilfe guter Freunde, ihrer Kinder und dank des Schicksals schafft sie es, wieder auf die Füße zu kommen. Mehr sogar: Sie baut sich danke des Erbes einer Tante auf Elba eine neue Existenz und ein neues Leben auf. Sie findet neue Freunde, eine neue Aufgabe und eine neue Liebe. Und schließlich und endlich zieht auch ihre jüngste Tochter nach Elba und unterstützt sie bei ihren Plänen.

Das Buch ist gut geschrieben, leicht und locker und lässt sich flüssig lesen. All die Turbulenzen in Michaelas Leben lösen sich früher oder später in Wohlgefallen auf. Die Rollen aller Charaktere sind schon bei ihrem ersten Auftauchen in der Geschichte klar, und doch macht es Spaß, zu verfolgen, wie genau sich die Geschichte entwickelt. Was wird aus dem alten Mann, der in der Gärtnerei geholfen hat? Wie entwickelt sich die scheinbar unglückliche Beziehung ihrer jüngsten Tochter? Was macht die Nebenbuhlerin in Sachen Liebe, um den begehrten Mann für sich zu gewinnen?

Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage gelesen; halt immer, wenn der Alltag mir die Zeit dazu ließen. Ich war neugierig, wie es weiter geht. Allerdings habe ich an einer Stelle gedacht: „DAS wäre jetzt nicht nötig gewesen.“ Vielleicht war ich die einzige, die so dachte, vielleicht auch nicht. Doch schlussendlich:

mein Fazit:

Eine typische Sommerlektüre! Oh, was habe ich es genossen, dieses Buch zu lesen.

 

Informationen zum Buch

„Sommer der Träume“ (eBook) von Charlotte Baumann
erschienen bei Dotbooks
erhalten über BloggDeinBuch

OT: Rezension „Die Macht der weisen Schlange“

Standard

Über „Blogg Dein Buch“ habe ich dieses Buch bekommen: „Die Macht der weisen Schlange„, ein Fantasyroman von Petra Wagner, erschienen im Frieling Verlag.

Über den Inhalt:

Nach 5 Jahren an einer renomierten Schule in England ist Viviane endlich auf dem Heimweg zu ihrem elterlichen Dorf in Weser-Nähe. Unterwegs trifft sie einen blasierten Griechen und seine schwarze Sklavin, die grad kurz vorher ausgeraubt wurden und nun hilflos in fremden Gefilden gestrandet sind. Viviane nimmt sie kurzerhand unter ihre Fittiche und nimmt sie mit nach Hause. Dort lernt der Grieche nicht nur die Sprache und die Lebensweise der Kelten kennen, sondern auch seine große Liebe. Und noch etwas lernt er: Die Kelten sind furchtlose, aber keine grausamen Krieger, wie sie in der Salzschlacht zeigen werden.

Meine Meinung:

Ich habe mich unheimlich auf diesen Roman gefreut und ihn auch schnell durchgelesen. Er lässt sich leicht lesen, ist interessant geschrieben und hat eine tolle Story. Das Lesen hat schlicht und ergreifend Spaß gemacht. Es treten viele unterschiedliche Charaktere in Erscheinung, die gut miteinander agieren und gut auseinander zu halten sind. Leider erscheint die Hauptperson, Viviane, als Übermensch: frisch ausgebildete Druidin, großartige Sportlerin, bildschön, hilfsbereit, Anführerin der „Dorfjugend“ bei so ziemlich allem und jedem, tapfere, erstklassige Kriegerin … Es gibt eigentlich nichts, was sie nicht kann, wodurch es unglaubhaft wirkt.

Was mich persönlich auch ein wenig erstaunte, war, dass nach diesem Buch auch an der Weser Kelten lebten. Da ich dies bislang nirgendwo anders finden konnte, habe ich es als „künstlerische Freiheit“ abgetan und weitergelesen. Alles weitere aus dem Leben der Kelten, wie beispielsweise Beltane-Riten, schien mir als Laien gut recherchiert und anschaulich beschrieben.

Ehrlich gesagt, ich weiß nicht wirklich, was ich über dies Buch schreiben soll, ohne zuviel zu verraten. Ich habe es gern gelesen und schnell durch gehabt. Dieses Buch bedient mehrere Genres gleichzeitig: Fantasy, Historischer Roman, Liebesroman … Es ist humorvoll und kurzweilig. Ich will zwar nicht sagen, dass ich die Figuren im Laufe es Buches lieben gelernt habe, aber ich bin neugierig auf die Fortsetzung, die es wohl geben wird.

Mein Fazit:

Ein schönes Buch, mit dem Männer wenig bis gar nix anfangen können. Für Frauen ist es nett, für weibliche Teenager ist es klasse. Es wurde von einer Frau für Frauen geschrieben, und das ist auch gut so.

 

OT: Buchrezension „Weil Du böse bist“ (eBook)

Standard

Autor: Peter Sultani
erschienen bei: dotbooks.de
erhalten über: Blogg Dein Buch

Zum Inhalt:

Kriminalkommissar Craan wird an seinem freien Abend zum Tatort eines bestialischen Mordes gerufen. Ihm ist sehr bald klar, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Serientäter handelt. Die Jagd beginnt!

Sein Verdacht bestätigt sich und der Serientäter schlägt erneut zu. Schnell gibt es mehrere Verdächtige, und Kommissar Craan läuft in diverse Sackgassen. Wird er den Täter finden, bevor er das nächste Mal zuschlägt?

 

Meine Meinung:

Die Story an sich ist gut und gut durchdacht, doch leider verliert das Buch an Qualität, da die Charaktere klischeehaft aufgestellt sind und ein wenig Tiefe vermissen lassen. So ist Kommissar Craan beispielsweise grad ein paar Monate von den Zigaretten los, relativ frisch geschieden und Vater einer Teenager-Tochter. Er entwickelt sich im Laufe der Geschichte aber mehr und mehr zu einem übellaunigen, gestressten Chef mit einem nervösen Zucken. Natürlich wird im Dienst nicht getrunken – aber die Mittagspause ist ja kein Dienst und da darf es dann schon mal ein Gläschen Wein oder zwei zum Fisch sein. Und abends wird Bier getrunken. Ja, okay, das Buch spielt in München, da gehört Bier zu den Grundnahrungsmitteln … aber auch da kann man doch mal Wasser trinken, oder?

Apropos Schauplatz München: Als Nicht-Münchener ist es schwer, Verfolgungsjagden nachzuvollziehen, in denen jede Menge Straßennamen aufgezählt werden. Wie liegen diese Straßen zueinander? Sind es Haupt- oder Nebenstraßen? Ich hatte keine Lust, einen Stadtplan neben den Rechner zu legen und habe meine mangelnde Ortskenntnis als notwendiges Übel akzeptiert.

Meiner Meinung nach tauchen auch zu viele „spezielle“ Typen auf, wie zum Beispiel  der Mitt-Dreiziger, der ein Verhältnis mit einer Siebzigjährigen hat, oder die attraktive junge Frau, die im Alter von 3 Jahren von ihrem Vater verlassen wurde, oder der Computerfreak, der ständig in Cowboy-Outfit rumläuft oder Neo-Nazis, die zu besoffen sind, um ihre eigenen Parolen noch fehlerfrei gröhlen zu können oder …

Ganz wichtiges Thema: Die Sprache. Kommissar Craan bedient sich gern einer deftigen Ausdruckweise und beim „Guter Bulle – Böser Bulle“ ist er wer?

Der psychopathische Täter ist schlicht und ergreifend größenwahnsinnig, was in den Kapiteln, in denen aus seiner Sicht erzählt wird, sehr deutlich zum Vorschein kommt.

Wiederholungen von Nebensächlichkeiten sind auch gern genommen: Die junge Kollegin, die neu in der Abteilung ist (x-mal betont), hängt ihre schwarze Motorradjacke (ebenfalls x-mal betont) immer wieder lässig über die Stuhllehne (genau, x-mal), so dass es den Eindruck hat, sie sei schon ewig dabei (nein, nur einmal erwähnt). Und immer wieder taucht eine schwarze Limosine auf. Warum? Keine Ahnung.

Genug des Verrisses, es gibt auch positives zu schreiben: Die Story ist gut durchdacht. Man merkt, dass der Autor viel recherchiert hat und sich lange Gedanken gemacht hat, wie er was ausdrückt. Die Beschreibungen der Tatorte sind detailliert, ohne langweilig zu werden. Grundsätzlich mag ich das Buch eigentlich. Schöner wäre es aber, wenn die Spannungskurve nicht fast ausschließlich durch neue Leichen angehoben werden würde. Ebenfalls positiv anzumerken ist, dass ich mehrmals die falsche Person im Verdacht hatte – obwohl schon früh im Buch klar ist, wie der Täter „gestrickt“ ist und warum er grade DIESE Opfer auswählt.

Mein Fazit:

Das Buch ist ein Erstlingswerk und dafür ist es gut. Ein zweites Mal würde ich es wohl nicht lesen. Ob ich selbst es besser machen könnte? Keine Ahnung. Mord und Totschlag ist nicht wirklich ein Thema, über das ich schreiben würde, schon gar nicht so detailliert.