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Das Jahr der Schals: Teil 06 – Dreieckstuch „Theater“

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(18. Mai 2017) Dieser Schal bekommt eine andere Form: Statt lang und schmal ist er dreieckig. Und anstatt zu häkeln habe ich gestrickt. Und das kam so:

Nachdem ich den letzten Schal fertig hatte, brauchte ich einfach etwas buntes. Bei der Sichtung meines Stash fand ich Sockenwolle in kräftigen Farben, nämlich blau, rot-violett und neon-gelb. Wow! DAS will ich verarbeiten! Also Häkelnadel geschnappt, Luftmaschen angeschlagen und im Zackenmuster losgelegt. Nach zwei Reihen war aber klar: Das geht gar nicht! Viel zu unruhig!

Ich ribbelte zum ersten Mal.

Nachdem nun klar war, das es mit Häkeln nix wird, habe ich meine Stricknadeln rausgesucht und ein Strickmusterbuch durchforstet nach einem ähnlichen Strickmuster. Was soll ich sagen? Ich wurde fündig! Flugs hatte ich die Maschenanzahl ausgerechnet (52) und angeschlagen. Laut Musterbeschreibung sollte ich erstmal zwei Reihen kraus rechts stricken und erst in der dritten Reihe mit dem Muster beginnen. Gelesen – getan. Am Ende der dritten Reihe habe ich glücklicherweise mal die Maschen gezählt und kam auf 56. Hä? Beim Anschlag verzählt. Okay, nochmal von vorne.

Ich ribbelte zum zweiten Mal.

Diesmal zählte ich den Maschenanschlag von 52 Maschen sicherheitshalber nochmal nach. Und diesmal hatte ich nach der dritten Reihe 54 Maschen. Hä?

Ich ribbelte zum dritten Mal.

Neuer Anschlag. 52 Maschen. Dreimal nachgezählt. Drei Reihen gestrickt – und gestutzt. Ich nehme am Anfang und am Ende jedes Mustersatzes je eine Masche zu, nehme in der Mitte aber nur eine ab. Da stimmt doch was nicht? Bei eingehender Beschäftigung mit dem Musterbuch stolperte ich darüber, das bei der Strickschrift ein Zeichen mehr abgebildet war als bei der ausgeschriebenen Musterbeschreibung, nach der ich mich bislang ausschließlich gerichtet hatte, beschrieben war: Es fehlten der Vermerk von zwei rechts zusammen abgestrickten Maschen. Siehe da, ein Hublipeng! Fehler gefunden!

Ich ribbelte zum vierten Mal.

Neuer Anschlag, 52 Maschen. Drei Reihen gestrickt, Maschenanzahl stimmt. Nochmal zwei Reihen gestrickt – bäh! Kraus rechts geht bei dem Garn gar nicht!

Ich ribbelte zum vierten Mal.

In meinem Musterbuch fand ich die Anleitung einer breiten Spitze, die glatt rechts gestrickt wird. Also habe ich wieder gerechnet, angeschlagen, und erstmal fünf Reihen Perlmuster gestrickt, damit sich der Schal nicht einrollt. Danach habe ich glatt rechts weitergemacht. Aber irgendwie sah das auch doof aus.

Ich ribbelte zum fünften Mal.

Inzwischen war es 9 Uhr abends am 14. Mai und ich hatte die Schnauze voll.

Abends im Bett kreisten meine Gedanken weiter um das Garn und welches Muster ich wohl nehmen könnte. Ich hatte ein paar Ideen und entschied mich für eine davon: breite Rippen. Daher schlug ich am 15. Mai morgens wieder meine Maschen an und strickte breite Rippen: Immer im Wechsel 5 Maschen schlicht – 5 Maschen kraus. Jo, das gefiel mir.

Nachdem ich so ca. 4cm gestrickt hatte, hätte ich vor Frust fast in die Tischkante gebissen: Warum bin ich Idiot eigentlich nicht schon eher auf die Idee gekommen, dass sich bei breiten Rippen die äußeren Rippen einrollen, wenn man da nicht auch einen krausen oder Perlrand strickt?

Ich ribbelte zum sechsten Mal.

Nun startete ich mit Plan B: Ein Halstuch sollte es nun werden. Also schlug ich 7 Maschen an, strickte eine Reihe rechts und begann dann mit den Zunahmen und mit dem Verteilen der Maschenmarkierer. Es flutschte auch ganz gut, nur das Muster, das ich stricken wollte, sah doof aus. Ich wollte nämlich ganz schmale Rippen von der Mittelmasche aus zur Kante laufen lassen. Doch durch den ewigen linke Masche-rechte Masche-linke Masche-Wechsel sahen die Maschen mehr wie Leitern aus. Was machte ich also? Richtig:

Ich ribbelte zum siebten Mal.

Jetzt hatte ich die Faxen endgültig dicke: 7 Maschen angeschlagen, eine Reihe rechts, Zunahmen und Maschenmarkierer verteilen und dann ganz schlicht und einfach glatt rechts stricken. Ohne Schnörkel, ohne alles. Und was soll ich sagen? Es lief! Und es sah gut aus! „Endlich ist das Theater vorbei!“ dachte ich.

Bis gestern Abend: In der Judo-Halle strickte ich fröhlich weiter, während mein kleiner Zwerg sich auspowerte. Da ich bereits von früheren Tüchern wußte, dass ich gern mal die eine oder andere Zunahme vergesse, habe ich alle 20 Maschen einen Maschenmarkierer eingefügt als Zählhilfe. Zum Glück! Denn irgendwann stellte ich fest, dass ich tatsächlich am Ende einer Reihe einmal eine Zunahme vergessen habe. Beim Nachforschen sah ich dann auch, dass es bereits vier Reihen zurück lag. Also habe ich erstmal die Stricksachen in mein Körbchen gepackt und mich abends damit beschäftigt, zunächst eine Rettungsleine einzufädeln, dann die Reihen aufzuribbeln (zum achten Mal) und die Maschen wieder auf die Nadel zu pfriemeln. „Echt, das muss ich kein zweites Mal haben“, dachte ich und schwang wieder munter die Nadeln – bis mir kurz vor Ende der Reihe das Seil brach und Maschen von Seil und Nadel rutschten ….

Nein, ich habe nicht geribbelt. Ich habe mit Stopfnadel und Baumwollgarn die Maschen wieder eingesammelt, das Seil getauscht und alle Maschen mühsam wieder auf die Nadeln gepfriemelt. Danach lief es reibungslos – bis jetzt. Allerdings habe ich heute noch nicht gestrickt. Mal gucken …

Ich schätze, jetzt weißt Du auch, warum ich dieses Tuch „Theater“ genannt habe, oder?

Schmetterlingstuch

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(01. Mai 2017) Tag der Arbeit – und ich arbeite 🙂 Nachdem ich nach dem Frühstück die Waschmaschine angeschmissen habe, habe ich mein neuestes Tuch von den Stecknadeln befreit, die es die letzten zwei Tage an Ort und Stelle gehalten haben. Damit ist es nicht nur fertig gehäkelt, sondern auch ausgehfein 🙂

Nachdem ich ja vier Schals in Folge gehäkelt hatte, habe ich mich mit einem Projekt für mich selbst „belohnt“. Bereits im letzten Sommer habe ich auf der Kreativ-Messe in Hamburg einen bunten Bobbel gekaut, der von der Wicklerin „Candy“ getauft worden war. Ein Schmuckstück, sage ich Dir! Der MUSSTE einfach mit, auch wenn mein Budget bereits kräftig überschritten war.

Lange Zeit hat Candy mir verschwiegen, was sie werden möchte. Doch dann sah ich auf Facebook in irgendeiner Handarbeitsgruppe ein Tuch und wußte: „Das ist es!“ Nun mussten halt nur noch die Schals soweit fertig werden, dass ich loslegen konnte. Am 20. April war es soweit und ich holte den Bobbel, die Anleitung und meine 3,0-Nadel raus und fing an. Kinners, hat das Spaß gemacht! Das tat richtig gut! Und daher verwunderte es mich nicht wirklich, dass ich bereits eine Woche später die letzten Fäden vernäht habe. Und da soweiso wieder eine Wollwäsche anstand, wanderte das Tüchlein gleich mit in die Maschine und ließ sich anschließend anstandslos spannen. Und so sieht es nun aus:

 

Hier nochmal die Eckdaten:
Anleitung „Butterfly Stitch Prayer Shawl“ von Ravelry (auf deutsch)
Garn von by nj-ka, verarbeitet mit Nadelstärke 3,0

By the way: Diesmal hat Filou sich nicht an den „Mädchenfarben“ gestört. Er meinte, Schmetterlinge müssen bunt sein! Und er hat mich angeknurrt, als ich ihm das Tuch abnahm, um es im Apfelbaum zu fotografieren … Ein größeres Kompliment gibt es wohl nicht, oder?

2016er FOs – der etwas andere Jahresrückblick

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Bereits zum dritten Mal zeige ich Euch jetzt zum Jahreswechsel im Überblick, was ich im vergangenen Jahr so alles gewerkelt habe. Und wieder bin ich erstaunt, was sich da so angesammelt hat …

Mütze für PapaKaipiKommunionseinladungenTopflappenNadelspiels WeihnachtsdeckchenGrün grün grünSeraphina die 2.Schwarzes SchultertuchStricktuch in schwarz-pinkFacebook-CAL WeihnachtstischläuferTannenbaumdecke Herzen für Prinzessinnenkunterbunter Kinder-LoopWeihnachtsbasteleien 2016

Stricktuch in schwarz-pink

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(27. Dez.  2016) Heute habe ich das Tuch der neuen Besitzerin übergeben. Sie fand auf der Kreativmesse das Garn so toll, also habe ich das Tuch für sie gestrickt. Sie hat sich unheimlich gefreut, worüber ich mich sehr gefreut habe.

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(15. Dez. 2016) So, das Tuch ist fertig, gewaschen und gespannt und sieht nun so aus:

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Ich habe nach dem zweiten Knäul Schluss gemacht. Vorher habe ich aber noch ein paar Reihen mit Löchern gestrickt, damit der Abschluss nicht so abrupt aussieht.

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(14. Sept. 2016) Bei meinem Ausflug zur Kreativmesse Hamburg Ende August habe ich ja u.a. drei Knäule Sockenwolle in schwarz-grau-pink erstanden. Nun juckte es mich in den Fingern, das Garn auch zu verarbeiten und ich legte los – wie immer mit einem Köpfer in meine Anleitungssammlung. Dort wurde ich fündig und nadelte an:

Erster Versuch: Butterfly Prayer Shawl – sah irgendwie doof aus

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Zweiter Versuch: Simple Shawl – hmmm … besser, aber unruhig

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Ich überlegte und stellte fest, dass dieses Garn verstrickt werden möchte. Also erinnerte ich mich an Harrys Shawl und legte los:

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Jawollja, gestrickt sieht es um Klassen besser aus 🙂 Also stricke ich glatt recht mit zwei kraus gestrickten Randmaschen und Zunahmen in jeder zweiten Reihe jeweils neben den Randmaschen und links und rechts der Mittelmasche. Inzwischen bin ich bei bummeligen 340 Maschen auf einer 120cm langen 3,0er Nadel, das Tuch läßt sich nicht mehr glatt ausbreiten und das erste Knäul ist noch nicht aufgebraucht. Also höre ich entweder nach dem zweiten Knäul auf oder das Tuch wird monstermäßig groß, habe ich so den Verdacht.

Filou überlegt noch, ob er als Schafbock es sich erlauben kann, mit einem pink-farbenen Tuch zu posieren. Ich meine zwar, ein echter Bock kann alles tragen, aber so ganz überzeugt ist er noch nicht. Mal abwarten …

Runa’s Dies & Das + von Smoky noch was dazu = schwarzes Schultertuch

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(14. Sep. 2016) Das Tuch ist fertig, gewaschen und gespannt. Ich hatte tatsächlich noch andere Tücher „integriert“, u.a. den Butterfly Prayer Shawl und Seraphina. Ein wenig habe ich mir auch selber ausgedacht. Und so sieht das Schmuckstück jetzt aus:

Dieses Mal hat sich Flocke als Fotomodell angeboten. Sie meinte (und Filou stimmte ihr da zu), dass das schwarze Tuch auf ihrem (fast) weißen Fell viel besser zur Geltung kommt als auf Filous schwarzer Wolle. Naja, so ganz unrecht hat sie ja nicht, oder?

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(19. Mai 2016) Gestern Abend hatte ich alle sechs Abschnitte der Anleitung fertig. Für meinen Geschmack ist das Tuch noch nicht groß genug, daher werde ich noch Muster ranhäkeln. Welche das werden, weiß ich selber noch nicht so genau. Mal schaun …

So sieht das Tuch zur Zeit aus:

Filou hat sich geweigert, auf das Bild zu hüpfen. Er meinte, Herzen passen nicht zu ihm … Ob er so langsam in die Pubertät kommt? Wann fängt die bei Schafen überhaupt an?

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(17. Mai 2016) Es begab sich aber zu der Zeit vor ein paar Jahren, dass ich von meiner Mama einen Pulli in Einzelteilen zu Weihnachten bekam. Oder anders ausgedrückt: Sie schenkte mir ein Paket schwarzer Wollknäule und das Versprechen, diese in einen Pulli zu verwandeln. Im darauffolgenden Jahr bekam ich den fertigen Pulli 🙂 Mama, ich hab Dich lieb ❤

Als Mama vor ein paar Wochen mal wieder ihren Handarbeitsschrank aufräumte, fand sie von dieser Wolle noch locker 6 1/2 Knäule, die sie mir zur weiteren Verwendung mitgab. Zunächst bestand diese „weitere Verwendung“ aus „ich pack’s mal zur Seite, bis mir was einfällt“.

Gestern schlich ich hier durch die Gegend und überlegte, was ich machen könnte. Ich hatte Lust auf Handarbeiten, aber keine Lust, eines meiner UfOs weiterzumachen. Daher schnupperte ich ein wenig auf Ravelry, wie ich einen meiner Bobbel verwandeln könnte, und fand diese Anleitung. Leider waren die Bobbel dafür a) zu kurz und b) zu bunt. Zumindest für meinen Geschmack. Und dann fiel mir das schwarze Garn von Mama in die Hände … 6 1/2 Knäule, schwarz, „Lammsy“ von der HWF (50% Lammwolle superwash, 35% Acryl, 15% Nylon) mit einer Lauflänge von 192m je 50g … DAS klingt noch nach ’ner handfesten Menge für ein Kuscheltuch, oder? Und so legte ich mit Nadelstärke 3,0 los …

Heute arbeite ich bereits den 2. Tag daran und habe den vierten von sechs Mustersätzen in Arbeit. Datt sieht noch so lütt aus … hmm …

Runas Dies & Das - 2016-05-17

Filou meint übrigens, dass ihm die Farbe gefällt. Aber das Muster ist eher so mädchenmäßig, sagt er und rümpft dabei die Nase. Ach! Sach an, Filou!